Soziologe, Autor, Wissenschaftskommunikator
Ich arbeite an der Schnittstelle von historischer Soziologie, Kultursoziologie und Design. Wieso gibt es heute so viele Dinge? Warum sehen sie so aus, wie sie aussehen? Und wie gehen wir mit dem Überfluss um? Solche Fragen interessieren mich.
In einer Reihe von Essays, die im Merkur erschienen sind, denke ich zum Beispiel über die Ästhetik unserer Verkehrsmittel nach: Warum sich das Fahrrad seit 100 Jahren kaum verändert hat, was der soziale Sinn des Cybertruck ist oder welche ästhetischen Verschiebungen mit dem Ende des Verbrennungsmotors einhergehen.
Mein Buch Der Wert der Form, das 2026 erscheint, geht diesen Fragen historisch nach, im langen Bogen von der Renaissance bis zum Bauhaus. Es bürstet die Stilgeschichte soziologisch gegen den Strich und fragt: Wie ist die ›ungeheure Formensammlung‹ moderner Gestaltung entstanden?
Vor der geschichtlichen Forschung habe ich mich mit Zukunftsvorstellungen beschäftigt, als jahrelanger Mitarbeiter an der Vermächtnisstudie, einer großen repräsentativen Befragung zu den Wünschen und Erwartungen der Menschen in Deutschland, gemeinsam mit infas und DIE ZEIT. Daraus sind Zeitungsartikel, zahlreiche Vorträge und ein Buch mit Jutta Allmendinger zum Thema Vertrauen entstanden.
Neben der Forschung liegt mir die Vermittlung soziologischen Wissens am Herzen, vor allem durchs Ohr. Ich habe für den öffentlich-rechtlichen Hörfunk gearbeitet und verschiedene Podcast-Projekte gestartet. Seit 2018 betreibe ich den sozialwissenschaftlichen Podcast Das Neue Berlin mit, in dem wir mit Sozial- und Geisteswissenschaftler:innen über ihre Forschung sprechen, inzwischen in über 100 Folgen.